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Sovetsk

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   So sieht Tilsit heute als Stadt

Sovetsk  aus:




Hotel Rossija

Vor 1945 war in diesem Gebäude am Hohen Tor die Deutsche Reichsbank . Im Jahre 1963 wurde dort dann das Hotel Rossija eingerichtet,  1976   wurde es den damaligen Ansprüchen entsprechend renoviert. Im Jahre  2005 wechselte es den Besitzer, der alles von Grund auf neu gestalten ließ. Bis heute hat sich das Hotel zum 4-Sterne-Hotel gemausert, das den Aufenthalt in dieser Stadt für den Touristen angenehm werden lässt.

 

Restaurant im Hotel Rossija

In diesem Restaurant kehrt man gerne ein. Die Bedienung ist immer freundlich und aus dem reichlichen Angebot der Menükarte findet bestimmt jeder verwöhnte Gaumen ein schmackhaftes Gericht.

            

Hohe Straße

Vom Hotelfenster aus blickt man über den Leninplatz in die einstige Hohe Straße. Auch   für die Bürger von Sovetsk ist heute diese Straße der Mittelpunkt ihres städtischen Lebens. Natürlich herrscht hier nicht mehr die Lebhaftigkeit dieser einstigen Prachtstraße von Tilsit, wie sie  ihre ehemaligen Einwohner, von denen es immer weniger gibt,  noch in Erinnerung haben.

                       

            

Postgebäude in der Hohen Straße

Dieses Postgebäude stammt noch aus der deutschen Zeit. und wird auch weiterhin so benutzt wie einst. Drinnen sieht es ebenfalls so aus wie zu alten Zeiten. Allerdings haben die Medien auch hier längst Einzug gehalten. Man kann sich sowohl seine Grußkarten hier frankieren und nach Hause schicken lassen, als auch telefonisch oder im Internet seine notwendigen geschäftlichen oder persönlichen Dinge erledigen.

 

Der Eingang zur Post

 

    

     Spaziert man die Hohe Straße auf der rechten Seite weiter, Richtung Fletcherplatz, kommt man  am Deutsch/Russischen Museum vorbei.

     Ein Besuch dieses Hauses lohnt sich auf jeden Fall. Dort ist alles zusammengetragen, was es noch an Erinnerungen über die Stadt Tilsit gibt.

    Auch ein altes Adressbuch ist noch aus der deutschen Zeit übrig geblieben. Darin kann man mit ein bisschen Glück noch die Namen

     seiner Vorfahren finden. Aber stehen bleibt die Zeit im Museum nicht. Vergangenheit und Gegenwart liegen eng beieinander. Der

     Museumsdirekter, ein stets freundlicher Russe mit Namen Ignatow Gorgij Iwanowitsch, ist immer hilfreich zur Stelle. Leider kann er nur

     russisch, aber meistens hat ja der Tourist seinen Dolmetscher dabei.

             

                   Im April 1987 wurde das Museum als Filiale des Kaliningrader geschichtlichen Museums auf eine Fläche von 216 qm eingerichtet.

                   Am 1. März 1999 bekam es den Status eines 'Munizipalen Amtes der Kultur'. Heute zählt es über 5500 Besucher im Jahr.

 

 

 

Ein paar Schritte weiter um die Ecke,

 ist der Eingang zum Museum,

 

Die Königin-Luise-Brücke dient heute nur noch

als Grenzübergang von und nach Litauen

 

Dies ist endgültig nicht mehr das alte Tilsit

Im Hintergrund, oben rechts, steht das Portal der Luisebrücke. Hier stehen wir am Fletcherplatz. Würden wir jetzt nach links unseren Spaziergang fortsetzen, wären wir in der ehemaligen Deutschen Straße. Für uns ist sie trostlos und nichts sagend geworden. Keine Deutsche Kirche, auch Deutschordenskirche genannt, grüßt uns mehr mit ihrem berühmten Turm, den Napoleon einst nach Frankreich mitnehmen wollte, und unser schönes Rathaus auch nicht mehr. Auf der linken Straßenseite stehen nur ungepflegte Siedlungshäuser, auf der rechten Seite sucht man vergeblich nach einer Straße zur Memel. Hier finden nur die Märkte statt und dementsprechend sieht alles Lagerhausähnlich aus. Nur die Linden an der Straßenseite erinnern noch an die schöne alte Deutsche Straße. Allerdings sind auch sie bereits gegen junge ausgewechselt worden.

 

 

 

Die Memel

Der einzige Weg, der zur Memel führt, befindet sich  am Fletcherplatz. Hier unten trifft man so manchen Hobbyangler. Aber einen Spaziergang entlang der Memel kann man leider nicht unternehmen. Noch keine hundert Meter weiter und alles ist verbarrikadiert. Der Fluss trauert ergeben vor sich hin und träumt von alten ruhmreichen Zeiten.

             

 

 

         Nicht weit von der Hohen Straße, Richtung Memel, steht das Geburtshaus des Tilsiter berühmtesten Dichters Max von Schenkendorf.

         Für uns sieht es natürlich arg heruntergekommen aus, aber die Russen haben ein etwas anderes Verhältnis zur Kultur. Sehen wir  das mal

         so: Vielleicht wurde dieses Kulturgut extra so belassen um die  Erinnerung an jene Zeit nicht zu verschönen. Sind wir  den Verantwortlichen

        der Kulturgut-Initiative lieber  dankbar, dass Interesse da ist,  deutsches Kulturgut in den Köpfen der Menschen, die jetzt in diese Stadt zu

        Hause sind, weiterleben zu lassen. Mögkicherweise aber könnte auch nur das nötige Geld für eine Renovierung fehlen.

 

 

                                                                                  Max von Schenkendorf, Tilsiter Freiheitsdichter,

                                                                                  geboren am 11. Dez. 1783 in Tilsit

                                                                                  gestorben am 11. Dez. 1817 in Koblenz

 

In der kurzen Zeit, die er gelebt hatte war ein bekannter deutscher Freiheitsdichter. Tief im Herzen war er tief mit dem deutschen Vaterland und seiner Obrigkeit verbunden.  Seine Gedichte wurden fast alle  vertont. Zwei wurden im kirchlichen Gesangbuch aufgenommen. Sein bekanntester Ausspruch, der auch an seinem Denkmal in Tilsit eingraviert wurde lautet:

                                                                                        Ich will mein Wort nicht brechen,

                                                                                        will predigen und sprechen

                                                                                        vom Kaiser und sein Reich.

sein wohl bekanntestes vertontes Gedicht  beginnt mit der Strophe:

                                                                                        Freiheit, die ich meine,

                                                                                        die mein Herz erfüllt,

                                                                                        komm mit deinem Scheine,

                                                                                        süßes Engelsbild.

                                                                                        Magst du nie dich zeigen,

                                                                                        der bedrängten Welt,

                                                                                        führest deinen Reigen,

                                                                                        nur am Sternenzelt.

                                                                                       

 

 

        Dieses Foto und das nächste zeigt die ehemalige Deutsche Straße (rechtsseitig von der Brücke kommend) mit den neuen Verkaufsläden.

        Meiner Vorstellung von einer ansprechenden Straße ist dieser Stil nicht. Vor allen Dingen stört der Gitterzaun vor den Verkaufsläden, der

        Abends nach Geschäftsschluss zugeschlossen wird.

 

 

 

 

 

 

       

        Lenkt man seine Aufmerksamkeit auf die andere Straßenseite sieht man quer gegenüber bereits das ehemalige Grenzlandtheater.

       Es hat sich nicht verändert. Nur ein bisschen renovierbedürftig ist es schon. Das mag an der schlechteren Qualität des Verputzmaterials

        liegen, das bei Wind und Wetter nicht so haltbar zu sein  scheint, als wir es mittlerweile gewöhnt sind.

 

 

 

 

       Unser alter Bahnhof von einst steht noch genau so da, wir wir ihn seit jeher kennen. Man kann ihn ohne jedes Hindernis von innen betrachten.       

 

 

                                         Zweifellos  nimmt jeder alte Tilsiter dieses Bild mit bewundernder Genugtuung in seinem Gedächtnis auf

 

 

 

      Und wie sieht es draußen auf dem Bahnsteig aus?

      Auch ein gepflegtes Bild. Aber der Wermutstropfen dabei ist, dass kein einziger Zug hier für Passagiere hält oder durchfährt. .Vielleicht

      hin und wieder mal ein  Güterzug? Einst war Tilsit  ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Heute übernimmt den Städteverkehr ausschließlich

      der Omnibus.

 

 

Stimmt. Verlässt man wieder den Bahnhof ist gleich rechterhand der Busbahnhof.

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkung

Die Fotografien stammen von Karlheinz  Sedat, Nürnberg

Aufgenommen im Juni 2008

 

Glückwunschbilder zum Neuen Jahr wurden mir gesandt von dem Tilsiter Fotografen Jakow  Rosenblum und seiner Frau Tatjana:

2009/10

 

 

 

 

2010/11