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S o v e t s k
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Das Neueste aus Sovetsk/Tilsit
Jakow Rosenblum hat mir ein Foto von Tilsit geschickt.
Ich gebe es gern an alle Besucher meiner Webseite weiter
Galina hat mir aus Tilsit/Sovetsk erzählt:
Die Stadtzeitung "Tilsiter Welle" schreibt: Im Kaliningrader Gebiet werden Millionen von jungen Bäumen gepflanzt. Am Sonntag,
1. Okt. fingen die Helfer an, in Tilsit insgesamt 2000 Bäumchen für den Stadtgarten zu pflanzen.
Eine Kaliningrader Zeitung fragte ihre Bürger ob sie ihre Stadt wieder den Namen Königsberg tragen sollte. Ein Mann der älteren Generation sagte dazu:
"Nein. Wenn wir Kaliningrad wieder in Königsberg umbenennen, trennen wir die Stadt von Russland. Diese Frage ist scharf und dünn. Wir dürfen darüber nicht sprechen. Wir besiegten diese Stadt. Punkt. Ich machte nach dem Ende des Krieges die Ruinen weg.
Wir dürfen kein Gedächtnis wegmachen.
Eine Frau in den mittleren Jahren sagte:
"Ja. Königsberg ist ein geschichtlicher Name. Ich ehre Kalinin nicht. Diese Stadt wird die schönste sein und wir werden stolz sein, in dieser Stadt zu leben.
Im allgemeinen tendiert die ältere Generation mehr für den neuen Namen Kaliningrad, die jüngere für den alten Namen Königsberg.
Auch ich erlaube mir ein paar Worte zu diesem Thema zu sagen. Der unten stehende Leserbrief wird in der deutschsprachigen Zeitung "Königsberger Express" in der Novemberausgabe 2011 erscheinen.
Liebe Leser,
ich hoffe sehr, dass ich jetzt nicht als überheblich gelte, wenn ich mir als deutsche Staatbürgerin erlaube, meine Meinung
zum Problem "Königsberg oder Kaliningrad" sage.
Ich frage mich, haben die Stadtväter von Kaliningrad wirklich ernstlich darüber nachgedacht, wie unverständlich es für
einen Historiker sein muss, wenn er mit der Tatsache konfrontiert wird, dass eine Stadt, die seit dem 13. Jahrhundert
den Namen Königsberg trägt, plötzlich Kaliningrad heißen soll? Was hat Michail Kalinin, geb. 1875, gest. 1945, mit dieser
Stadt zu tun? Gewiss er war bis zu seinem Tod Vorsitzender des obersten Sovetsk der UdSSR. Aber war er deshalb mehr
wert als der unsterbliche, weltberühmte Philosoph Immanuel Kant (Kritik der reinen Vernunft)? Fast jeder der die Schule
besucht hat kennt diesen großen Philosophen und auch die heutigen Einwohner dieser Stadt verehren ihn, hüten sein Denkmal
diskutieren und nehmen begeistert seine Schriften in sich auf. Was würde wohl dieser Mann zu Eure Stadtumbenennung
sagen?: "Kaliningrad? Die Stadt kenne ich nicht. Ich bin in Königsberg geboren und wenn ich nicht gern in dieser Stadt
gelebt hätte, hätte ich mich dort auch nicht begraben lassen. Meine Stadt und ich sind eins. Wer also nur aus chauvinistischen
Nationalstolz glaubt, meine Geburtsstadt darf es nicht mehr geben, der löscht damit auch mein einstiges Leben und meine
Schriften als niemals existent aus."
Ich kann diesem unsterblichen Philosophen nur Recht geben. denn die Stadt Königsberg, gegründet von Deutschen Orden
im Jahre 1255, blickt auf eine sieben Jahrhunderte lange Geschichte zurück. Und deshalb hat ihr Name unwiderruflich Besitz-
recht. Der Mensch kann vieles, aber die historische Geschichte ungeschehen machen kann er nicht. Deshalb, Verantwort-
liche dieser Stadt, schockiert nicht die Welt mit Eurer Entscheidung. Russland verehrt seine politischen Kämpfer? Das ist
sein gutes Recht. Wie wär's wenn ich hier eine salomonische Lösung anbiete? Gebt der alten Stadt Königsberg ihren
Namen und ihre Vergangenheit wieder. Und benennt dafür Euren hochverehrten politischen Kämpfer einen Stadtteil von
Königsberg nach seinem Namen. Die Welt wird Euch dafür danken
Ich wünsche allen Einwohnern dieser historischen Stadt ein zufriedenes, friedvolles Leben.
Traute Englert
Eine von denen noch übriggebliebenen Ostpreußen der ebenso historischen Stadt Tilsit.
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Mein erstes Wiedersehen mit Tilsit im Jahr 2000
Wenn ich an Tilsit denke, denke ich an
Herumtoben, Baden am Memelstrom
Jahrmarkt im Oktober - und an Schulzeit.
Mir machte das Lernen in der Schule Spaß
und meine Schulkameraden mochte ich fast alle.
deshalb wollte ich auch gern irgendwann meine ehemalige Schule
wieder sehen.
Im Jahre 2001 war es dann endlich so weit. Ich reiste mit 3
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Ich habe eine Dokumentation geschrieben
"Die Meerwischer Volksschule in Tilsit"
(siehe Bücher)
Hier zuerst einige historische Daten, von Galina Osinnaja, ehemalige Deutschlehrerin an der Schule N0. 4, die sie von der Leiterin des Rathaus-Archivs Berdnikowa Nadetschda Petrowna zur Verfügung gestellt bekommen hat.
Zurzeit beträgt die Einwohnerzahl von Sovetsk 46.600.
Am 07. 09. 1946 wurde die Stadt Tilsit in Sovetsk umbenannt. Ihr erster Kommandant war Oberst W. A. Alekseew.
1945 kamen die ersten Übersiedler in die Stadt. Es waren 2.336 Familien. Bis 1953 vergrößerte sich die Zahl der
Übersiedler in Sovetsk einschließlich Umgebung auf insgesamt 42.376 Familien.
1946 wurde die Zellstofffabrik wieder in Betrieb genommen und fertigte erstmals 200 Tonnen Zellulose.
Daten werden fortgesetzt
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Die Eisenbahnverbindung von Berlin - Gesundbrunnen, -Lichtenberg
nach Kaliningrad (Königsberg) ist wieder aufgenommen.
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Wieder das Neueste aus Tilsit
aus dem Königsberger Express, Juni-Ausgabe
Das Neueste aus Tilsit/Sovetsk

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Vielleicht ist es auch mal für uns Deutsche interessant, zu erfahren,
wie es Rentner in Russland geht.
(aus dem Königsberger Express, Ausgabe April 2010)
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Aus "Tlsiter Welle"

Reise nach Tilsit/Sovetsk
Ich war im Oktober 2009 nach Tilsit/Sovetsk eingeladen. Galina, meine russische Dolmetscherin übergab dem Museum meine von ihr übersetzten Bücher. Ich wurde ganz groß im Konferenzsaal des Rathauses der Stadt empfangen von:
Igor Semenowitsch Firsikow, Stellvertreter des Bürgermeisters der für Auslandkontakte verantwortlich ist
Georgij Iwanowitsch Ignatow, Direktor des Stadtmuseums Sovetsk .
Natalija Federowna Schumowitsch, Helferin des Bürgermeisters für Kontakte mit der Bevölkerung von Sovetsk
Tatijana Nikolaewna Sedich, Vorsitzende des Abgeordnetenrates der Stadt Sovetsk
Tatijana Petrowna Jankaite, Leiterin der Kulturabteilung des Rathauses Sovetsk
Journalistin "Natascha" von der Stadtzeitung "Westnik" Sovetsk
Vom Kaliningrader Fernsehen 1 Kameramann, 1 Journalist
Galina, meine Übersetzerin und Swetlana, Geschichtslehrerin an der Schule 4 (Meerwischer bzw. Johanna-Wolff- Schule) begleiteten mich.
Die Begrüßung war ausgesprochen herzlich. Wir haben uns über die Stadt Sovetsk unterhalten, meine Kinderzeit in Tilsit und natürlich auch ein wenig politisiert.
Dann wurden mir Geschenke von der Stadtverwaltung, Abteilung Kultur und vom Museum überreicht. Auch ich übergab selbstverständlich eine persönliche Geldspende an den Direktor für sein Museum, das gerade renoviert wird. Ich wurde fleißig fotografiert und gefilmt und. durfte mir persönliche Komplimente einheimsen. Anschließend ging es in das noch von den Handwerkern beherrschte Museum. Das Kaliningrader Fernsehen filmte mich bei der Suche im Adressbuch nach meinen Eltern und neben einer Plastik der Königin Luise. Nachdem die Fernsehleute abgezogen waren saßen der Museumsdirekter, seine 3 Mitarbeiterinnen, meine zwei ständige Begleiterinnen und ich gemütlich plaudernd an einem schnell hergerichteten Tisch mit leckeren Gabelbissen aus guter Hausmacher Hartwurst, Käse, Brot und gesunder Beilag aus dem Gemüsegarten. Kein russisches Beisammensein ohne Alkohol. Unser Getränk war der Kognak. Am Anfang drei Gläschen voll kurz hintereinander nach alter russischer Sitte musste auf jeden Fall getrunken werden. Ich, die wenig Erfahrung mit Alkohol hat, sah hinterher alles im Nebel gehüllt. Aber nach Hause tragen mussten wir uns gegenseitig gottlob noch nicht nach unserem feuchtfröhlichen Beisammensein. Wir sprachen mit viel Liebe über unsere gemeinsame Stadt und in Gedanken verschönerten wir sie immer mehr. Insgesamt 7 Stunden durfte ich meinen Festtag im Rathaus und Museum genießen.
Zwei Tage später wartete meine ehemalige Schule auf mich. Auch dort war der Empfang herzlich. Seit meinem letzten Besuch vor 3 Jahren hat sich dort sehr viel zum Vorteil verändert. Das Schulmuseum wurde mir stolz in seiner Neugestaltung gezeigt. Dass ich mich dort auch an Wand und Tisch wieder fand war wie selbstverständlich. Die Toiletten sind Tipptopp neu , die Küche ebenfalls. Kochkessel, Töpfe und Pfannen glänzten.. Auch die Kantine wirkte heimelig mit seinem neuen Fußboden und den frisch gestrichenen Wänden in heiteren Farben. Tische und Stühle waren ebenfalls neu. Ein Menü kostet hier ca. 80 Cent Im Klassenzimmer für Handarbeiten und Kochlehrgänge präsentierten sich mir stolz auf den Werktischen neue Brother-Nähmaschinen.. Eine ganze Wand war für Kochlehrgänge mit einer modernen Vorzeigeanbauküche ausgestattet.
Man zeigte mir die künstlerische Arbeiten der Mädchen. Hier nimmt sich die betreffende Lehrerin noch viel Zeit, Geduld und auch jede Menge Ideen für ihre Schülerinnen, um sie zu brauchbaren Menschen zu erziehen. Deshalb ist auch dieses Lehrfach ohne Ausnahme ein Pflichtfach für alle Schülerinnen. Egal, für welchen Beruf sie sich auch später entscheiden werden..
Fazit: Für mich wird dieser Besuch in der Stadt Tilsit/Sovetsk ein unvergessliches Erlebnis bleiben, denn ich durfte den Alltag des Durchschnittsrussen ganz hautnah erleben. Es ist wahr, geschenkt wird ihnen nichts. Aber trotzdem merkt man, dass sie den Mut und die Freude am Leben. nicht verlieren. Und was sie besonders auszeichnet? Sie sind herzlicher als wir im Westen. Das mag wohl daran liegen dass sie nie vom Überfluss verwöhnt worden sind. Sie wissen jedes Stückchen Brot zu schätzen. Ich bin überaus freundschaftlich aufgenommen worden . Alle, die ich kennen lernte, suchen Freundschaft mit den Deutschen und wünschen sich von Herzen Frieden zwischen unseren Völkern. Und sie lieben ihre Stadt Sovetsk genauso wie wir Tilsiter unsere Stadt geliebt haben. Eifrig suchen sie nach ihrer Vergangenheit um sie weiter zu tragen für die Zukunft. Dass Tilsit für uns ehemaligen Ostpreußen verloren ist, haben wir Hitler zu verdanken. Daran geht kein Weg dran vorbei. Aber die Zeit heilt alle Wunden und so lange diese Stadt von solchen Menschen bewohnt wird die sich nach Frieden und ein menschenwürdiges Dasein sehnen und fleißig daran arbeiten, wird unser Heimatstadt nicht untergehen. Mag man sie Tilsit oder Sovetsk nennen.
Empfang im Rathaus
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